Private Krankenversicherung für Beamte: die Tariflinie LKH-BeihilfeUpgrade
LKH-BeihilfeUpgrade ist die Beihilfe-Tariflinie der LKH Krankenversicherung. Sie richtet sich an Beamte, Beamtenanwärter und ihre berücksichtigungsfähigen Angehörigen und sichert die Krankheitskosten ab, die nach der Erstattung durch die Beihilfe offenbleiben. Damit ist sie eine klassische Beihilfeversicherung. Anbieter ist die Landeskrankenhilfe V.V.a.G. mit Sitz in Lüneburg, ein 1926 gegründeter Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, der laut eigener Aussage ausschließlich private Krankenversicherungen anbietet. Die Tariflinie gibt es seit dem 1. Juli 2026.
Die Tariflinie folgt einem Baukastenprinzip. Für Beamte und Anwärter ist der Restkostentarif LKH-BeihilfeUpgrade (Tarif B) der Pflichtbaustein. Er erstattet den Prozentsatz, den der Dienstherr nicht übernimmt, sodass Beihilfe und Tarif zusammen 100 Prozent ergeben. Wahlweise kommt eine von zwei Ergänzungen hinzu, Komfort oder Premium. Für das Krankenhaus gibt es die Bausteine Klinik und Klinik Top. Klinik können berücksichtigungsfähige Angehörige und Heilfürsorgeberechtigte auch ohne Tarif B abschließen.
Zu den Merkmalen von LKH-BeihilfeUpgrade gehören der Verzicht auf allgemeine und besondere Wartezeiten, ein Grundtarif ohne Zahnstaffel, ein tariflich garantierter Gesundheitsbonus und die Beitragsbefreiung für nachversicherte Kinder und Eltern in Elternzeit. Kinderwunschbehandlung und Beitragsbefreiung setzen acht Monate Versicherungszeit voraus. Anwärter erhalten laut LKH dieselben Erstattungsleistungen wie Beamte zu deutlich niedrigeren Beiträgen, nur ohne Gesundheitsbonus.
Zielgruppe
Versicherungsfähig sind Personen mit Anspruch auf Beihilfe nach den Verordnungen des Bundes oder der Länder und ihre berücksichtigungsfähigen Angehörigen. Für Beamtenanwärter gibt es Anwärterstufen. Nach unserem Kenntnisstand liegt das Eintrittsalter dafür zwischen 21 und 38 Jahren, gerechnet als Beginnjahr minus Geburtsjahr. Bei Beginn darf das 38. Lebensjahr noch nicht vollendet sein. Für Personen zwischen 21 und 38 Jahren in Ausbildung oder Studium, die selbst beihilfeberechtigt oder in der Beihilfe berücksichtigungsfähig sind, etwa studierende Kinder von Beamten, gibt es Ausbildungsstufen. Die Krankenhausbausteine Klinik und Klinik Top stehen auch Heilfürsorgeberechtigten offen, etwa im Polizeivollzugsdienst. Heilfürsorgeberechtigte können sich die Tarife der Linie auch über eine große Anwartschaft sichern. Neukunden nimmt die LKH nach unserem Kenntnisstand bis zum 60. Geburtstag auf.
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Tarifbausteine
- LKH-BeihilfeUpgrade (Tarif B): Der Restkostentarif deckt ambulante, stationäre und zahnärztliche Leistungen ab. Es gibt ihn in Stufen von B10 bis B100. Getrennte Stufen wie B5035 erstatten ambulant/zahnärztlich und stationär unterschiedlich. Beamte mit 50 Prozent Beihilfe, deren Satz im Ruhestand auf 70 Prozent steigt, etwa beim Bund, kombinieren die Stufen B30 und B22. B22 entfällt mit dem Versorgungsfall, spätestens mit Erreichen des Regelrenteneintrittsalters.
- Ergänzung Komfort (BEK): Komfort übernimmt nach Beihilfe und Tarif B die restlichen Kosten für Sehhilfen, Augenlaser-Operationen und Zahnleistungen bis zu den Höchstsätzen von GOÄ und GOZ sowie für Privatkliniken bis zum 1,5-fachen. Zuzahlungen und Eigenbehalte der Beihilfe übernimmt Komfort nicht.
- Ergänzung Premium (BEP): Premium füllt als Beihilfeergänzungstarif alle Leistungen des Grundtarifs auf 100 Prozent auf, mit Honorarvereinbarung auch über den Höchstsätzen von GOÄ und GOZ. Dazu kommen Zuzahlungen und Zusatzleistungen. Komfort und Premium lassen sich nicht kombinieren.
- Klinik (BK): Klinik sichert Wahlarzt und Zweibettzimmer im Krankenhaus ab oder zahlt bei Verzicht ein Ersatz-Krankenhaustagegeld. Es gibt den Baustein in Stufen von BK10 bis BK100.
- Klinik Top (BKT): Klinik Top erstattet 100 Prozent der Differenzkosten zwischen Ein- und Zweibettzimmer und lässt sich nur zusammen mit Klinik abschließen.
Leistungen
Ambulante Leistungen
Alle Leistungen des Grundtarifs gelten in Höhe der versicherten Tarifstufe. Tarif B erstattet ambulante ärztliche Leistungen bis zu den Höchstsätzen der GOÄ, auch per Video. Versichert sind auch Arznei- und Verbandmittel, Heilmittel bis 125 Prozent der Höchstbeträge der Bundesbeihilfeverordnung einschließlich Osteopathie und Chiropraktik, Hilfsmittel nach einem offenen Katalog, häusliche Krankenpflege, Haushaltshilfe und digitale Gesundheitsanwendungen. Kostet ein Hilfsmittel voraussichtlich mehr als 1.000 Euro, muss die LKH vorher informiert werden, sonst erstattet sie nur 80 Prozent ihrer üblichen Leistung.
Sehhilfen, Hörgeräte und Augenlaser
Sehhilfen sind bis 600 Euro Rechnungsbetrag innerhalb von zwei Kalenderjahren erstattungsfähig, Augenlaser-Operationen wie LASIK bis 1.500 Euro je Auge einmal innerhalb von zwei Kalenderjahren. Für Hörgeräte gilt ein Rechnungsbetrag von bis zu 2.500 Euro je Ohr, eine zeitliche Begrenzung nennen die Bedingungen nicht. Komfort und Premium übernehmen bei Sehhilfen und Augenlaser-OP die verbleibenden Kosten bis zu diesen Rechnungsbeträgen, Premium auch bei Hörgeräten.
Psychotherapie und Heilpraktiker
Ambulante Psychotherapie bei Ärzten, approbierten Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten ist ohne Begrenzung der Sitzungszahl versichert. Heilpraktiker-Leistungen werden nach dem Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker (GebüH) und dem Hufeland-Verzeichnis erstattet. Psychotherapie beim Heilpraktiker zahlt nur Premium, und zwar bis zu zehn Sitzungen im Kalenderjahr.
Zahnleistungen
Der Grundtarif erstattet Zahnbehandlung, Zahnersatz mit Implantaten und Knochenaufbau, Inlays, Veneers, Funktionsdiagnostik und Kieferorthopädie mit Behandlungsbeginn vor dem 21. Geburtstag bis zu den GOZ-Höchstsätzen. Eine Zahnstaffel hat er nicht. Die professionelle Zahnreinigung ist zweimal im Kalenderjahr versichert. In Komfort und Premium sind Zahnleistungen im ersten Kalenderjahr auf 1.250 Euro, in den ersten beiden zusammen auf 2.500 Euro und in den ersten drei zusammen auf 5.000 Euro begrenzt. Nach einem Unfall, der sich nach Versicherungsbeginn ereignet hat, gilt die Grenze nicht.
Stationäre Leistungen
Im Krankenhaus zahlt Tarif B die allgemeinen Krankenhausleistungen, Belegärzte und eine medizinisch notwendige Begleitperson, etwa bei Kindern bis 15 Jahre. Ärztliche Honorare über den GOÄ-Höchstsätzen erstattet er stationär bei einer wirksamen Honorarvereinbarung. Privatkliniken übernimmt die LKH bis zum 1,5-fachen der Kosten eines Krankenhauses der Maximalversorgung, mit Premium bis zum 2,5-fachen. Wahlarzt und Zweibettzimmer sichert Klinik ab, Honorare über den GOÄ-Höchstsätzen ebenfalls nur mit Honorarvereinbarung. Das Einbettzimmer deckt Klinik Top ab. Mit Klinik übernimmt die LKH nach dem Beihilfebescheid die verbleibenden Wahlleistungskosten in voller Höhe.
Schwangerschaft, Familie und Kinderwunsch
Versichert sind Beleghebammen, Geburtsvorbereitung, das Geburtshaus und eine Haushaltshilfe bei Schwangerschaft bis zu einem Rechnungsbetrag von 50 Euro pro Tag. Mit Premium kommen 2.000 Euro bei einer Hausgeburt hinzu. Künstliche Befruchtung zahlt die LKH nach acht Monaten Versicherungszeit. Voraussetzung ist eine organische Ursache. Die Behandlung muss die einzige erfolgversprechende Möglichkeit sein und eine deutliche Erfolgsaussicht haben. Behandelt werden Ehe- oder eingetragene Lebenspartner mit ihren eigenen Ei- und Samenzellen. Eine Altersgrenze nennen die Bedingungen nicht. Ein nachversichertes Kind ist im Geburtsmonat und sechs weitere Monate beitragsfrei, ein Elternteil bei Elterngeldbezug oder bei Elternzeit mit reduzierter Arbeitszeit in den ersten 24 Monaten nach der Geburt bis zu sechs Monate je Kind.
Vorsorge, Kur und Ausland
Vorsorgeuntersuchungen nach gesetzlichen Programmen und darüber hinaus, STIKO-Impfungen und Gesundheitskurse bis 200 Euro im Kalenderjahr sind versichert. Reha und Anschlussheilbehandlung erstattet die LKH bis zum 1,5-fachen der GKV-Kosten, Vorsorgekuren für bis zu 28 Tage in zwei Kalenderjahren. Der Schutz gilt unbegrenzt in EU und EWR und bei vorübergehenden Aufenthalten außerhalb davon für zwölf Monate.
Besondere Regelungen
Anpassung an den Beihilfesatz
Ändert sich der Bemessungssatz und stellst du den Antrag innerhalb von sechs Monaten, passt die LKH die Tarifstufe ohne Gesundheitsprüfung und ohne Wartezeiten zum Monat der Änderung an. Fällt der Beihilfeanspruch weg, stellt sie den Schutz auf vergleichbare Tarife für Personen ohne Beihilfe um. Bei Bundesbeamten entfallen die Stufen B22 und BK22 im Versorgungsfall, wenn die Beihilfe auf 70 Prozent steigt.
Optionsrechte ohne Gesundheitsprüfung
Einmalig zu Beginn des zweiten, vierten oder sechsten Versicherungsjahres lassen sich Komfort oder Premium, Klinik, Klinik Top und ein Krankenhaustagegeld bis 50 Euro pro Tag ohne Gesundheitsprüfung einschließen. Voraussetzung ist unter anderem, dass die versicherte Person im Jahr des Abschlusses mindestens 21 Jahre alt war. Ändert sich der Beihilfeanspruch auf Wahlleistungen, kann Klinik innerhalb von sechs Monaten ohne Gesundheitsprüfung ergänzt werden. Fällt die Beihilfe weg, kann ein Krankentagegeld ohne Gesundheitsprüfung hinzukommen. Wird die versicherte Person gesetzlich versicherungspflichtig, ist ein Wechsel in Zusatztarife möglich.
Anwärter, Referendare und Studierende
In den Anwärterstufen richtet sich der Beitrag nach dem Eintrittsalter. Diese Altersstufe gilt 36 Monate, danach setzt die LKH den Beitrag nach dem erreichten Alter neu fest. Allgemeine Beitragsanpassungen sind auch in dieser Zeit möglich. Nach der Ausbildung kann die Versicherung innerhalb von zwei Monaten ohne erneute Gesundheitsprüfung in den verkaufsoffenen Tarifen mit den Bedingungen AVB/KKV GU fortgesetzt werden, also auch mit Komfort oder Premium. Bei Arbeitslosigkeit direkt nach der Ausbildung sind bis zu 18 Monate Tarife mit 100 Prozent möglich. Studierende und andere Personen in Ausbildung zwischen 21 und 38 Jahren, die selbst beihilfeberechtigt oder in der Beihilfe berücksichtigungsfähig sind, können die Ausbildungsstufen wählen. Sie sind ohne Alterungsrückstellungen kalkuliert, der Beitrag steigt jeweils zu Beginn des Kalenderjahres nach dem 25., 30. und 35. Geburtstag. Den Gesundheitsbonus gibt es dort, anders als in den Anwärterstufen. Mehr zur Krankenversicherung als Beamter auf Widerruf erfährst du in unserem Ratgeber.
Gesundheitsbonus und Beitragsrückerstattung
Der Gesundheitsbonus ist im Tarif garantiert. Er beträgt bei Erwachsenen je nach Tarifstufe und Zahl der leistungsfreien Jahre bis zu 300 Euro im Jahr, bei B30 und B22 bis zu 150 Euro. Neukunden erhalten bei Leistungsfreiheit schon im ersten Jahr den Höchstbetrag, bei Beginn im Laufe des Jahres anteilig. In den Anwärterstufen gibt es keinen Gesundheitsbonus. Daneben zahlt die LKH eine erfolgsabhängige Beitragsrückerstattung nach ihrer Satzung, laut LKH bis zu vier Monatsbeiträge für Beamte und sechs für Anwärter. Anders als der Gesundheitsbonus ist diese Rückerstattung nicht garantiert.






















