Inhaltsübersicht

Referendariat NRW 2026 (Lehramt): Termine, Gehalt & Versicherung

    Alles Wichtige auf einen Blick:

    • Start zum 1. Mai 2026: Bewerbung einige Monate vorher notwendig 
    • Start zum 1. November 2026: zweite Chance im selben Jahr 
    • Dauer: 18 Monate Vorbereitungsdienst
    • Gehalt/Besoldung: 1.793,28 Euro brutto als Lehramtsanwärter (schrittweise Anhebung auf AW A 13 seit August 2026 abgeschlossen, abhängig vom Familienstand)
    • Zuweisung zu Schule und ZfsL: abhängig von Kapazitäten und Sozialpunkten
    • Bewerbung: zentral über das Online-Portal SEVON
    • Krankenversicherung: Wahl zwischen privater oder gesetzlicher Krankenversicherung

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    Termine und Fristen

    Wann beginnt das Referendariat in NRW 2026?

    Wenn du 2026 ins Referendariat in Nordrhein-Westfalen starten möchtest, sind vor allem zwei Termine entscheidend: der Einstellungstermin zum 1. Mai 2026 sowie der darauffolgende Termin zum 1. November 2026. Diese beiden Zeitpunkte bilden jedes Jahr die zentralen Einstiegsmöglichkeiten für Lehramtsabsolventen in NRW. 

    Gerade wenn du dich aktuell erst orientierst, ist das wichtig zu wissen: Du musst deine Bewerbung deutlich früher einreichen. In der Regel liegt die Bewerbungsfrist für das Referendariat in NRW etwa fünf bis sechs Monate vor dem jeweiligen Einstellungstermin. Das bedeutet konkret, dass du dich frühzeitig mit dem Bewerbungsprozess beschäftigen solltest.

    Das Referendariat selbst dauert in Nordrhein-Westfalen insgesamt 18 Monate und startet immer verbindlich zu diesen festen Terminen. Eine flexible Aufnahme zwischendurch ist nicht möglich – umso wichtiger ist eine gute Planung deiner Bewerbung.

    Referendarin prüft Termine für Ref-Start in NRW | OPTINVEST Beamte
    Referendarin schaut durch eine gerollte Zeitschrift

    Ablauf im Referendariat NRW (Lehramt)

    Vom Start bis zur Prüfung – das erwartet dich

    Das Referendariat in Nordrhein-Westfalen folgt einem klar strukturierten Ablauf, der Theorie und Praxis eng miteinander verbindet.

    Zuweisung zu Schule und ZfsL

    Zu Beginn deines Referendariats wirst du zwei zentralen Orten zugewiesen: deiner Ausbildungsschule und einem Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung (ZfsL). Beide sind feste Bestandteile deiner Ausbildung und begleiten dich über die gesamten 18 Monate. 

    Während du an der Schule praktische Unterrichtserfahrung sammelst, finden im ZfsL die pädagogischen und fachdidaktischen Seminare statt. Diese Kombination ist typisch für das Referendariat NRW im Lehramt und sorgt dafür, dass du die Theorie direkt in der Praxis anwenden kannst.

    Sozialpunkte im Referendariat NRW

    Die Verteilung auf Schulstandorte und ZfsL erfolgt nicht zufällig. Deine Wünsche kannst du im Bewerbungsprozess angeben – ob diese berücksichtigt werden, hängt jedoch stark von den sogenannten Sozialpunkten ab.

    Sozialpunkte im Referendariat NRW bekommst du zum Beispiel für:

    • Kinder oder familiäre Verpflichtungen 
    • Pflege von Angehörigen 
    • Schwerbehinderung oder Gleichstellung 
    • Ehe oder eingetragene Partnerschaft 

    Diese Faktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass du einem bestimmten Wunschort zugewiesen wirst. Ohne Sozialpunkte kann es dagegen vorkommen, dass du weiter entfernt eingesetzt wirst.

    Unterricht, Seminare und Ausbildungsphasen

    Das Referendariat gliedert sich grob in mehrere Phasen, die ineinander übergehen:

    • Einführungsphase: Zu Beginn hospitierst du im Unterricht und führst erste eigene Unterrichtsversuche durch. 
    • Ausbildungsphase: Du übernimmst zunehmend eigenverantwortlichen Unterricht. 
    • Bedarfsdeckender Unterricht (BdU): In NRW unterrichtest du später meist rund neun Stunden pro Woche selbstständig. Zusätzlich finden zehn Unterrichtsbesuche statt.

    Parallel dazu besuchst du regelmäßig Seminare im ZfsL, in denen du deine Unterrichtskompetenzen kontinuierlich weiterentwickelst.

    Unterrichtsbesuche und Bewertungen

    Ein zentraler Bestandteil im Ablauf des Referendariats NRW sind die sogenannten Unterrichtsbesuche. Dabei wirst du von Fachleitern besucht und erhältst Feedback zu deinem Unterricht.

    Diese Besuche sind nicht nur Bewertungssituationen, sondern vor allem auch Lerngelegenheiten. Sie helfen dir, deinen Unterricht zu reflektieren und gezielt zu verbessern.

    Zweite Staatsprüfung (2. Staatsexamen)

    Am Ende des Referendariats steht die Zweite Staatsprüfung – dein Abschluss auf dem Weg zur fertigen Lehrkraft.
    Diese besteht in NRW typischerweise aus zwei Unterrichtspraktischen Prüfungen (UPP) in unterschiedlichen Fächern und einem anschließenden Kolloquium (Fachgespräch).

    Mit dem Bestehen dieser Prüfung hast du dein Referendariat erfolgreich abgeschlossen und erfüllst die Voraussetzung für den Einstieg in den Schuldienst.

    Gehalt im Referendariat NRW 2026 (Lehramt)

    Wie viel verdient man im Referendariat Lehramt in NRW?

    In Nordrhein-Westfalen wirst du als Lehramtsanwärter im Beamtenverhältnis auf Widerruf bezahlt und erhältst sogenannte Anwärterbezüge. Die gute Nachricht: Diese sind landesweit geregelt und gelten unabhängig von der Schulform. In NRW gilt inzwischen die Besoldungsgruppe A 13 für alle, sodass es beim Grundgehalt bzw. der Besoldung keine Unterschiede mehr zwischen Grundschule, Realschule oder Gymnasium gibt.

    Anwärtergehalt NRW 2026 im Überblick

    Für das Referendariat NRW 2026 kannst du mit folgenden Werten rechnen:

    Position

    Betrag

    Grundbetrag (schrittweise Anhebung auf AW A 13 bis August 2026)1793,28 Euro
    Familienzuschlag (verheiratet/eingetragener Lebenspartner)+ ca. 173,50 Euro
    Familienzuschlag (1 Kind)+ ca. 324,52 Euro (je nach Mietenstufe)
    SonderzahlungIn die monatlichen Bezüge integriert

    Quelle: Landesbesoldungsgesetz – LBesG NRW, Anhang 7 und 8  (Gültig ab: 01.04.2026)

    Wie viel bleibt netto im Referendariat NRW?

    Dein tatsächliches Netto hängt stark von deiner Krankenversicherung und persönlichen Situation ab.

    Typisches Beispiel (ledig, keine Kinder):

    • Brutto: ca. 1.793,28 Euro (Besoldungsgruppe AW A 13)
    • Private Krankenversicherung (PKV): ca. 80 bis 200 Euro (abhängig von Tarif, Alter und Gesundheitszustand) 
    • Lohnsteuer: abhängig von Steuerklasse, meist moderat
    • Ergebnis: ungefähr 1.1460 bis 1.595 Euro netto

    Der große Unterschied zu Angestellten: Du zahlst keine Sozialabgaben wie Renten- oder Arbeitslosenversicherung. Das führt zu einem stabileren Netto-Gehalt bzw. Besoldung als bei Angestellten.

    Einflussfaktoren auf dein Besoldung

    Dein tatsächliches Einkommen im Referendariat kann leicht variieren. Wichtige Faktoren sind:

    • Familienstand (Zuschläge möglich) 
    • Kinder (deutlich höhere Zuschläge) 
    • Wohnort (regionale Ergänzungszuschläge je nach Mietenstufe möglich) 
    • Wahl der Krankenversicherung 

    Gerade der letzte Punkt wird oft unterschätzt: Deine Entscheidung zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung hat direkten Einfluss auf dein monatlich verfügbares Einkommen.

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    Krankenversicherung im Referendariat NRW: PKV oder GKV?

    So funktioniert die Absicherung als Beamter auf Widerruf

    Spätestens mit dem Start ins Referendariat musst du dich mit deiner Krankenversicherung beschäftigen. Denn mit deiner Ernennung zum Beamten auf Widerruf ändert sich dein Status grundlegend – und damit auch deine Absicherung.

    In Nordrhein-Westfalen hast du im Referendariat zwei Möglichkeiten: die private Krankenversicherung (PKV) oder die gesetzliche Krankenversicherung (GKV).

    Beihilfe im Referendariat NRW (Lehramt) verstehen

    Als Beamter übernimmt dein Dienstherr einen Teil deiner Krankheitskosten – die sogenannte Beihilfe.

    In NRW bedeutet das 50 Prozent Beihilfe für dich bzw. 70 Prozent Beihilfe, wenn du zwei oder mehr Kinder hast.

    Die restlichen Kosten musst du selbst absichern. Genau hier kommt die Krankenversicherung ins Spiel. In NRW hast du dabei folgende Optionen:

    Option 1: PKV und individuelle Beihilfe

    Du entscheidest dich für die individuelle Beihilfe und versicherst nur den Teil, den die Beihilfe nicht abdeckt (z. B. 50 Prozent). Dafür gibt es spezielle beihilfekonforme PKV-Tarife (sog. private Restkostenversicherung) für Referendare, die besonders günstig sind. 

    Option 2: GKV ohne Zuschuss

    Du entscheidest dich für die gesetzliche Krankenversicherung. Da die Beiträge an deinem Einkommen bemessen werden, trägst du den vollen Beitrag in der Regel selbst. Eine freiwillige Absicherung über die gesetzliche Krankenversicherung kann in Bundesländern mit pauschaler Beihilfe im Einzelfall sinnvoll sein, sollte aber anhand deiner persönlichen Situation geprüft werden.

    In einigen Bundesländern wird auch die pauschale Beihilfe angeboten. Hier zahlt dein Dienstherr einen pauschalen Zuschuss (etwa die Hälfte, ähnlich einem Arbeitgeberanteil) zu deinem monatlichen Krankenkassenbeitrag. In NRW ist die pauschale Beihilfe allerdings noch nicht eingeführt.

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    Warum sich die PKV im Referendariat meist lohnt

    Für die meisten Lehramtsanwärter in NRW ist die private Krankenversicherung die naheliegende Lösung – sowohl finanziell als auch leistungstechnisch. Tatsächlich entscheiden sich etwa 93 Prozent der Beamten für eine Absicherung in der privaten Krankenversicherung. 

    Ein entscheidender Grund ist, dass du nur deinen Eigenanteil (z. B. 50 oder 30 Prozent Restkosten) zahlst. Zudem sind spezielle Anwärtertarife oft deutlich günstiger. Je nach Tarif sind diese oft auch leistungsstärker, z. B. bei Zahnersatz oder Facharztbehandlung.

    Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die monatlichen Beiträge unabhängig von deinem Einkommen sind. Gerade im Referendariat wirkt sich das direkt auf dein Netto aus. Während du in der GKV einkommensabhängig Beiträge zahlst, bleibt die PKV für viele Referendare kalkulierbar und oft günstiger.

    Typische Fehler bei der Wahl der Krankenversicherung

    Die Entscheidung für die richtige Krankenversicherung im Referendariat NRW wird oft unterschätzt. Dabei hat sie langfristige Auswirkungen.

    Diese Fehler solltest du vermeiden:

    • Nur nach dem günstigsten Beitrag entscheiden 
    • Beihilfe-Regelungen in NRW nicht berücksichtigen 
    • Gesundheitsfragen unüberlegt beantworten 
    • Keine anonyme Risikovoranfrage nutzen 
    • Tarif ohne Blick auf langfristige Entwicklung wählen 

    Ein wichtiger Punkt: Deine Gesundheitshistorie beeinflusst deinen PKV-Beitrag. Deshalb ist es sinnvoll, vorab zu prüfen, welche Optionen du wirklich hast – ohne direkt einen Antrag zu stellen. Ein Versicherungsmakler wie OPTINVEST Beamte kann für dich eine anonyme Risikovoranfrage stellen und dich dazu individuell für deine Situation beraten.

    Entscheidungshilfe: PKV oder GKV im Referendariat NRW?

    Eine pauschale Antwort gibt es nicht – aber eine klare Orientierung:

    Die PKV ist meist sinnvoll, wenn du:

    • gesund bist und gute Konditionen bekommst, 
    • langfristig im Beamtenverhältnis bleiben möchtest, 
    • Wert auf leistungsstarke Absicherung legst. 

    Die GKV kann sinnvoll sein, wenn du:

    • Vorerkrankungen hast, 
    • Angehörige kostenfrei mitversichern möchtest, 
    • bewusst im gesetzlichen System bleiben willst. 

    Diese Entscheidung wirkt oft über viele Jahre hinweg. Daher solltest du dir Zeit nehmen und sie nicht nebenbei treffen. Erfahre hier in unserem Blogbeitrag, wie du die beste PKV für Referendare findest.

    Absicherung im Referendariat (Lehramt)

    Diese Versicherungen solltest du kennen

    Neben der Krankenversicherung gibt es weitere Absicherungen, die im Referendariat sinnvoll sein können. Viele davon werden am Anfang unterschätzt, obwohl sie im Ernstfall entscheidend sind.

    Dienstunfähigkeitsversicherung

    Als Beamter auf Widerruf hast du bei Dienstunfähigkeit in der Regel keinen Anspruch auf Versorgung durch den Dienstherrn, wenn du aus gesundheitlichen Gründen dienstunfähig wirst. 

    Das bedeutet, Beamte auf Widerruf werden bei Dienstunfähigkeit normalerweise entlassen und in der Regel mit einer Wartezeit von fünf Jahren in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert. Ein Anspruch auf Versorgung durch den Dienstherrn besteht dabei meist nicht.

    Eine Dienstunfähigkeitsversicherung sorgt dafür, dass du in diesem Fall eine monatliche Absicherung erhalten kannst und damit ein finanzielles Polster hast.

     

    Diensthaftpflichtversicherung

    Als Lehramtsanwärter trägst du bereits Verantwortung im Schulalltag. Wenn dabei ein Schaden entsteht – zum Beispiel durch eine Aufsichtspflichtverletzung – kannst du persönlich haftbar gemacht werden.

    Eine Diensthaftpflichtversicherung schützt dich genau in solchen Fällen und übernimmt berechtigte Schadensersatzforderungen oder wehrt unberechtigte Ansprüche ab.

     

    Schlüsselversicherung

    In vielen Schulen erhältst du Zugang zu Generalschlüsseln oder Schließanlagen. Der Verlust eines solchen Schlüssels kann schnell hohe Kosten verursachen, da im schlimmsten Fall die komplette Schließanlage ausgetauscht werden muss.

    Eine Schlüsselversicherung (oft Bestandteil der Haftpflicht) schützt dich vor diesen finanziellen Risiken.

     

     

    Vermögenswirksame Leistungen (VL) im Referendariat

    Auch als Lehramtsanwärter kannst du in NRW vermögenswirksame Leistungen erhalten. Dabei zahlt dein Dienstherr einen kleinen monatlichen Betrag (aktuell bis zu etwa 6,65 Euro), den du in einen VL-Vertrag investieren kannst – zum Beispiel in einen Fonds- oder Banksparplan. Ergänzend ist je nach Einkommen zusätzlich eine staatliche Förderung möglich. Gerade früh gestartet kann sich das langfristig lohnen.

    Gut vorbereitet ins Referendariat NRW 2026 starten

    So gehst du die wichtigsten Schritte strukturiert an

    Das Referendariat in NRW ist ein intensiver, aber auch entscheidender Abschnitt auf deinem Weg zur Lehrkraft. Wenn du die wichtigsten Themen frühzeitig verstehst, nimmst du dir selbst viel Druck und kannst dich besser auf das konzentrieren, worauf es dir wirklich ankommt.

    Wichtig ist vor allem, dass du diese zentralen Punkte rechtzeitig klärst:

    • Termine und Bewerbungsfristen im Blick behalten 
    • Den Ablauf im Referendariat verstehen 
    • Dein Gehalt realistisch einordnen 
    • Und vor allem: deine Krankenversicherung bewusst wählen 

    Gerade die Entscheidung zur Krankenversicherung in NRW begleitet dich oft weit über das Referendariat hinaus und hat direkten Einfluss auf deine finanzielle Situation und deinen Leistungsumfang.

    Wenn du hier früh Klarheit hast, vermeidest du typische Fehler und startest deutlich entspannter in deinen Vorbereitungsdienst. Unsere Versicherungsexperten von OPTINVEST Beamte nehmen sich gerne Zeit, um in einem individuellen und kostenlosen Gespräch deine persönliche Situation und Lebensplanung zu besprechen. So findest du die Krankenversicherung für dein Referendariat in NRW, die nicht nur heute, sondern langfristig am besten zu dir passt.

    Du hast noch Fragen zum Referendariat NRW 2026? Sprich uns gerne an!

    Häufige Fragen von Lehrern und Referendaren

    Wann beginnt das Referendariat in NRW 2026 und bis wann muss ich mich bewerben?

    Regulärer Einstellungstermin ist jeweils der 1. Mai. Die Bewerbung muss bis zum 15. November des Vorjahres bei der zuständigen Bezirksregierung vorliegen. Seit 2007 gibt es zusätzlich meist einen zweiten Termin am 1. November, über den jährlich neu entschieden wird. Für den 1. November 2026 lief die Bewerbungsfrist vom 5. Mai bis 16. Juni 2026 – eine Ausschlussfrist, danach ist keine Bewerbung mehr möglich.

    Wie bewerbe ich mich für das Referendariat in NRW?

    Die Bewerbung läuft zentral online über das Portal SEVON (Seminareinweisungsverfahren Online) unter sevon.nrw.de. Sie richtet sich an die Bezirksregierung, in deren Bezirk dein erstgewünschter Ausbildungsort liegt. NRW hat fünf Bezirksregierungen (Arnsberg, Detmold, Düsseldorf, Köln, Münster). Pro Verfahren bewerben sich landesweit rund 4.000 bis 5.000 Personen über alle Lehrämter.

    Wie werde ich einem ZfsL und einer Schule zugewiesen und was bringen Sozialpunkte?

    Landesweit stehen 33 Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung (ZfsL) mit 106 lehramtsbezogenen Seminaren zur Verfügung. Nicht alle Standorte sind zu jedem Termin geöffnet. In der Bewerbung kannst du bis zu vier Ortswünsche angeben. Laut Schulministerium konnten in den letzten Verfahren rund 66 bis 75 Prozent der Bewerbenden ihrem ersten Ortswunsch zugewiesen werden, 82 bis 90 Prozent einem der Wünsche 1 bis 4. Soziale Kriterien (= Sozialpunkte) wie Kinder, Pflege von Angehörigen, Schwerbehinderung oder Ehe/eingetragene Partnerschaft werden bei der Zuweisung berücksichtigt.

    Wie lange dauert das Referendariat in NRW und geht es auch in Teilzeit?

    Der Vorbereitungsdienst dauert für alle Lehrämter einheitlich 18 Monate. In Teilzeit verlängert er sich auf 24 Monate. Rechtsgrundlage ist die Ordnung des Vorbereitungsdienstes und der Staatsprüfung (OVP) in der Fassung vom 28. Januar 2026. Ein flexibler Einstieg zwischen den Terminen ist nicht möglich.

    Wie viel verdient man im Referendariat NRW 2026?

    Als Lehramtsanwärter bist du Beamter auf Widerruf und erhältst Anwärterbezüge. Deren Höhe richtet sich nach dem Eingangsamt des angestrebten Lehramts – nicht nach Schulform-Willkür. Der Anwärtergrundbetrag liegt 2026 bei 1.793,28 Euro brutto monatlich. Hinzu kommen je nach persönlicher Situation Familienzuschlag und vermögenswirksame Leistungen. Die Jahressonderzahlung ist in NRW dauerhaft in die monatlichen Bezüge integriert. Ein separates Weihnachtsgeld gibt es nicht.

    Was ändert sich für Lehramtsanwärter zum 1. August 2026?

    Zum 1. August 2026 wird die letzte Stufe der Lehrkräftebesoldung umgesetzt: Alle Lehrkräfte der Primarstufe und Sekundarstufe I werden kraft Gesetzes in die Besoldungsgruppe A 13 überführt. Da sich der Anwärtergrundbetrag nach dem Eingangsamt richtet, steigt er für Lehramtsanwärter der Grundschule sowie Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen entsprechend. Die Anpassung erfolgt automatisch mit der Bezügezahlung für August 2026 – ein Antrag ist nicht nötig. Gleichzeitig entfällt die Zulage nach § 91a LBesG NRW.

    Wie viel bleibt im Referendariat netto und warum mehr als bei Angestellten?

    Als Beamter auf Widerruf zahlst du keine Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen- und gesetzlichen Krankenversicherung. Dadurch fällt die Differenz zwischen brutto und netto deutlich kleiner aus als bei angestellten Beschäftigten mit vergleichbarem Bruttoentgelt. Vom Brutto gehen im Wesentlichen Lohnsteuer (abhängig von der Steuerklasse) und dein Krankenversicherungsbeitrag ab. Wie hoch dieser ausfällt, hängt stark davon ab, ob du dich privat oder freiwillig gesetzlich versicherst.

    Habe ich als Lehramtsanwärter Anspruch auf Beihilfe und wie hoch ist sie in NRW?

    Ja, mit der Ernennung zum Beamten auf Widerruf wirst du beihilfeberechtigt. Der Bemessungssatz nach § 12 BVO NRW ist personenbezogen und beträgt für dich selbst in der Regel 50 Prozent, bei zwei oder mehr berücksichtigungsfähigen Kindern 70 Prozent. Berücksichtigungsfähige Kinder erhalten 80 Prozent. Die restlichen Kosten musst du selbst absichern – üblicherweise über eine private Restkostenversicherung.

    PKV oder GKV im Referendariat NRW – was ist sinnvoller?

    Beides ist möglich, die Rechnung sieht aber unterschiedlich aus. In der privaten Krankenversicherung (PKV) versicherst du nur deinen Eigenanteil (z. B. 50 Prozent Restkosten). Die Beiträge sind einkommensunabhängig und in speziellen Anwärtertarifen meist niedrig. In der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) kannst du dich freiwillig versichern, trägst den Beitrag aber in der Regel allein. NRW hat die pauschale Beihilfe (Arbeitgeberzuschuss-Modell) bislang nicht eingeführt, sie steht nur im Koalitionsvertrag. Für welche Variante du dich entscheidest, hängt von Gesundheitszustand, Familienplanung und langfristiger Laufbahnplanung ab. Die Entscheidung wirkt oft weit über das Referendariat hinaus.

    Komme ich trotz Vorerkrankungen in die private Krankenversicherung?

    Meist ja, über die sogenannte Öffnungsaktion der PKV. Seit Januar 2019 sind ausdrücklich auch Beamte auf Widerruf mit Beihilfeanspruch einbezogen, also Referendare und Anwärter. Teilnehmende Versicherer nehmen dich dann unabhängig vom Gesundheitszustand auf: Leistungsausschlüsse sind unzulässig, der Risikozuschlag ist auf maximal 30 Prozent begrenzt. Entscheidend ist die Frist: Der Antrag muss innerhalb von sechs Monaten ab erstmaliger Berücksichtigungsfähigkeit bei der Beihilfe gestellt und dabei ausdrücklich auf die Öffnungsaktion Bezug genommen werden. Vor einem regulären Antrag lohnt eine anonyme Risikovoranfrage durch einen spezialisierten Versicherungsmakler, weil abgelehnte Anträge später dokumentiert sind. 


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    Über den Autor

    Sebastian Koch

    Sebastian Koch

    Bachelor of Science (B.Sc.) • Kaufmann für Versicherungen und Finanzen (IHK) • Spezialist für den öffentlichen Dienst

    Sebastian Koch ist Finanz- und Versicherungsspezialist bei OPTINVEST Beamte. Sein Anspruch ist es, komplexe Finanz- und Versicherungsthemen verständlich aufzubereiten und individuelle Lösungen zu entwickeln, die langfristig zu den persönlichen Lebenszielen seiner Kundinnen und Kunden passen. Durch seine langjährige Tätigkeit in der Finanz- und Versicherungsbranche verfügt er über fundierte Fachkenntnisse in der privaten Krankenversicherung, der Dienst- und Berufsunfähigkeitsabsicherung, der Altersvorsorge sowie dem Vermögensaufbau. Sein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Beratung von Beamtinnen und Beamten sowie von Medizinstudierenden, Ärztinnen und Ärzten. Seine Beratung ist geprägt von Empathie, Transparenz und Ehrlichkeit, wobei die individuelle Situation, die persönlichen Ziele und eine fundierte Entscheidungsgrundlage im Mittelpunkt stehen.

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