Inhaltsübersicht

Referendariat Lehramt: Das solltest du vor dem Start wissen

    Alles Wichtige auf einen Blick

    • Das Referendariat, amtlich Vorbereitungsdienst genannt, ist die zweite, schulpraktische Phase der Lehrerausbildung und dauert je nach Bundesland zwischen 12 und 24 Monaten.
    • Mit der Ernennung wirst du in den meisten Bundesländern Beamter auf Widerruf und erhältst Anwärterbezüge von deinem Dienstherrn.
    • Als Beamter auf Widerruf hast du Anspruch auf Beihilfe, das heißt dein Dienstherr übernimmt einen Teil deiner Krankheitskosten, häufig 50 Prozent.
    • Die Kombination aus Beihilfe und privater Krankenversicherung (PKV) ist für Referendare oft deutlich günstiger als die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung (GKV), bei der du in Ländern ohne pauschale Beihilfe den vollen Beitrag allein trägst.
    • Eine Dienstunfähigkeitsversicherung ist für Referendare besonders wichtig, weil Beamte auf Widerruf bei Dienstunfähigkeit in der Regel entlassen werden und keine Ansprüche gegenüber dem Dienstherrn haben.
    • Eine Diensthaftpflichtversicherung schützt dich vor Schadenersatzforderungen aus deiner dienstlichen Tätigkeit, etwa bei einem verlorenen Schulschlüssel.
    • Termine, Bewerbungsverfahren und Gehalt unterscheiden sich je nach Bundesland.
    • Vermögenswirksame Leistungen (VL) stehen auch Referendaren zu und müssen beim Landesamt für Besoldung/Finanzen deines Bundeslandes beantragt werden.

    Vorbereitungsdienst als zweite Ausbildungspläne

    Was ist das Referendariat im Lehramt?

    Das Referendariat ist die zweite, schulpraktische Phase der Lehrerausbildung in Deutschland. Der amtliche Begriff dafür lautet Vorbereitungsdienst. Nach dem Lehramtsstudium mit Master of Education oder Erstem Staatsexamen bildest du dich im Referendariat an einer Ausbildungsschule und einem Studienseminar praktisch aus. Am Ende steht die Zweite Staatsprüfung, mit der du die volle Lehrbefähigung erwirbst.

    Die Lehrerausbildung besteht damit aus zwei Phasen. In der ersten Phase, dem Studium, erwirbst du das fachliche und didaktische Grundlagenwissen. In der zweiten Phase, dem Vorbereitungsdienst, wendest du dieses Wissen im Schulalltag an. Du hospitierst, unterrichtest zunehmend eigenverantwortlich, wirst von Fachleitern begleitet und in Unterrichtsbesuchen bewertet. Die Ausbildungsorte heißen je nach Bundesland unterschiedlich, beim Referendariat in Nordrhein-Westfalen etwa Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung (ZfsL), in anderen Ländern Studienseminare.

    Lehrerin | OPTINVEST Beamte

    Referendar, Lehramtsanwärter, Studienreferendar – wer ist was?

    Die Bezeichnungen unterscheiden sich je nach Bundesland und Lehramt, gemeint ist aber immer eine Person im Vorbereitungsdienst:

    • Lehramtsanwärter: übliche Bezeichnung vor allem für die Lehrämter an Grund-, Haupt- und Realschulen sowie für Sonderpädagogik.
    • Studienreferendar: übliche Bezeichnung für die Lehrämter an Gymnasien und berufsbildenden Schulen.
    • Referendar: umgangssprachlicher Sammelbegriff für alle Personen im Vorbereitungsdienst.
    • Vorbereitungsdienst: der amtliche Begriff für das Referendariat in den Ausbildungs- und Prüfungsordnungen der Länder.

    In der Praxis werden die Begriffe Lehramtsanwärter und Referendar jedoch häufig synonym verwendet.

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    Uhr symbolisiert Dauer des Referendariats | OPTINVEST Beamte

    Dauer des Vorbereitungsdienstes bundesweit im Vergleich

    Wie lange dauert das Referendariat?

    Das Referendariat dauert je nach Bundesland zwischen 12 und 24 Monaten. In den meisten Bundesländern beträgt die Regeldauer 18 Monate. Am kürzesten ist der Vorbereitungsdienst in Brandenburg mit 12 Monaten, am längsten in Bayern und teilweise in Thüringen mit 24 Monaten.

    Die folgende Übersicht zeigt die Regeldauer des Vorbereitungsdiensts in allen 16 Bundesländern (Stand: August 2026, Änderungen durch die Länder möglich):

    Bundesland Regeldauer Vorbereitungsdienst
    Baden-Württemberg 18 Monate
    Bayern 24 Monate
    Berlin 18 Monate
    Brandenburg 12 Monate (in einigen Fällen 18 Monate, abhängig vom Studiengang)
    Bremen 18 Monate
    Hamburg 18 Monate
    Hessen 21 Monate
    Mecklenburg-Vorpommern 18 Monate
    Niedersachsen 18 Monate
    Nordrhein-Westfalen 18 Monate
    Rheinland-Pfalz 18 Monate
    Saarland 18 Monate
    Sachsen 18 Monate
    Sachsen-Anhalt 16 Monate
    Schleswig-Holstein 18 Monate
    Thüringen 18 Monate (Grundschule), 24 Monate (andere Lehrämter)

    Kannst du das Referendariat verkürzen oder verlängern?

    In vielen Bundesländern lässt sich der Vorbereitungsdienst auf Antrag verkürzen, wenn du frühere berufliche Tätigkeiten nachweisen kannst, die für das Lehramt relevante Fähigkeiten vermittelt haben, etwa eine vorherige Beschäftigung an einer Schule oder angerechnete Praxisphasen aus dem Studium. In Nordrhein-Westfalen ist zum Beispiel eine Verkürzung auf mindestens 12 Monate möglich, in Mecklenburg-Vorpommern ebenfalls auf bis zu 12 Monate.

    Eine Verlängerung des Referendariats kommt typischerweise in diesen Fällen in Betracht:

    • Absolvierung in Teilzeit, sofern das Bundesland dies anbietet (oft nur bei familiären Gründen oder Schwerbehinderung)
    • Nichtbestehen der Staatsprüfung im ersten Versuch
    • längere Ausfallzeiten durch Krankheit, Mutterschutz oder Elternzeit

    Welche Fristen und Voraussetzungen genau gelten, regelt die Ausbildungs- und Prüfungsordnung deines Bundeslandes. Ein Blick in die jeweilige Verordnung oder eine Nachfrage beim zuständigen Landesinstitut lohnt sich vor der Bewerbung.

    Dein rechtlicher Status im Referendariat

    Was bedeutet Beamter auf Widerruf im Referendariat?

    Beamter auf Widerruf ist der rechtliche Status, in dem du in den meisten Bundesländern dein Referendariat absolvierst. Mit der Aushändigung der Ernennungsurkunde zu Beginn des Vorbereitungsdiensts wirst du in das Beamtenverhältnis auf Widerruf berufen. Es ist auf die Dauer der Ausbildung angelegt und endet mit dem Bestehen der Staatsprüfung oder mit deren endgültigem Nichtbestehen.

    Der Zusatz „auf Widerruf" bedeutet, dass der Dienstherr das Beamtenverhältnis grundsätzlich jederzeit widerrufen kann, etwa wenn die Ausbildung nicht fortgesetzt wird. Erfüllt ein Bewerber die Voraussetzungen für eine Verbeamtung nicht, zum Beispiel aus gesundheitlichen Gründen, kann das Referendariat in einigen Bundesländern alternativ in einem öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis absolviert werden. So sieht es etwa das Sächsische Beamtengesetz vor.

    Nach bestandener Prüfung und Einstellung in den Schuldienst folgt in der Regel zunächst das Beamtenverhältnis auf Probe und später die Verbeamtung auf Lebenszeit.

    Beamtin erklärt | OPTINVEST Beamte
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    Welche Rechte, Pflichten und Vorteile hast du als Beamter auf Widerruf?

    Mit dem Beamtenstatus sind konkrete Rechte und Pflichten verbunden, zum Beispiel:

    • Anwärterbezüge: Du erhältst monatliche Bezüge von deinem Dienstherrn, gezahlt im Voraus. Die Bezüge sind steuerpflichtig, aber du zahlst keine Beiträge zur gesetzlichen Renten- und Arbeitslosenversicherung. Um die Krankenversicherung kümmerst du dich selbst.
    • Beihilfeanspruch: Dein Dienstherr beteiligt sich an deinen Krankheitskosten. Den nicht von der Beihilfe gedeckten Teil sichern 93 Prozent der Beamten mit einer beihilfekonformen privaten Krankenversicherung ab.
    • Fürsorgepflicht des Dienstherrn: Dein Dienstherr ist gesetzlich dazu verpflichtet, deine berechtigten Interessen zu berücksichtigen. Im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben muss er dich unterstützen und schützen.
    • Treue- und Verschwiegenheitspflicht: Als Beamter stehst du in besonderer Verantwortung gegenüber Staat und Verfassung. Dazu gehört, die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu achten und für ihre Werte einzustehen. Du musst dienstliche Angelegenheiten außerdem vertraulich behandeln.
    • Weisungsgebundenheit: Du unterliegst den Weisungen von Schulleitung und Seminar.
    • Kein Streikrecht: Wie für alle Beamten gilt das Streikverbot.
    Gehalt im Referendariat mit Taschenrechner berechnen | OPTINVEST Beamte

    Gehalt von Lehramtsanwärtern

    Was verdienst du im Referendariat?

    Als Beamter auf Widerruf erhältst du Anwärterbezüge. Deren Höhe richtet sich nach dem Eingangsamt deiner späteren Laufbahn, im Lehramt inzwischen in vielen Bundesländern Besoldungsgruppe A 13, sowie nach dem jeweiligen Landesbesoldungsgesetz. Je nach Bundesland und Lehramt liegt der Anwärtergrundbetrag aktuell meist zwischen rund 1.600 und 1.900 Euro brutto im Monat. In Nordrhein-Westfalen erhalten Lehramtsanwärter beispielsweise 1.793,28 Euro brutto (Stand 2026).

    Dazu können kommen:

    • Familienzuschlag, abhängig von Familienstand und Kindern
    • Vermögenswirksame Leistungen (VL), häufig 6,65 Euro monatlich in Vollzeit, die du bei der Besoldungsstelle deines Landes bzw. dem Landesamt für Finanzen beantragen musst. Voraussetzung ist ein VL-fähiger Vertrag wie ein Wertpapiersparplan oder Bausparvertrag.

    Dazu ein Rechenbeispiel: Referendar in Baden-Württemberg, verheiratet, keine Kinder

    Von den Anwärterbezügen gehen keine Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung ab, sondern nur Lohnsteuer, die bei dieser Einkommenshöhe gering ausfällt. 

    PositionBetrag
    Grundbetrag (AW A 13)1786,46 Euro
    Familienzuschlag (verheiratet/eingetragener Lebenspartner)+ 180,46 Euro
    Lohnsteuer- 179,83 Euro
    Solidaritätszuschlag0 Euro
    Netto1.787,09 Euro

    Quelle: Landesamt für Besoldung und Versorgung Baden-Württemberg (Stand: 2026)

    Für den Referendar in unserem Rechenbeispiel bleiben 1.787,09 Euro monatlich netto und damit deutlich mehr als bei einem vergleichbaren Angestelltengehalt. Dafür zahlst du deine Krankenversicherung komplett selbst. Ein Referendar mit Beihilfe und passender PKV-Restkostenversicherung zahlt dafür oft nur einen zweistelligen bis niedrigen dreistelligen Monatsbeitrag, ein freiwillig gesetzlich Versicherter dagegen den vollen GKV-Beitrag. Die konkreten Beträge je Bundesland und Lehramt findest du in unseren Länder-Ratgebern.

    Beihilfe und Krankenversicherung für Referendare

    Wie funktioniert die Krankenversicherung im Referendariat?

    Als Beamter auf Widerruf bist du nicht mehr automatisch in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert. Du hast Anspruch auf individuelle Beihilfe, das heißt dein Dienstherr erstattet dir einen prozentualen Anteil deiner Krankheitskosten, häufig 50 Prozent. Für Referendare mit Kindern je nach Dienstherr auch mehr. Den verbleibenden Anteil sicherst du über eine beihilfekonforme private Krankenversicherung (PKV) ab, die sogenannte Restkostenversicherung. Alternativ kannst du dich freiwillig gesetzlich versichern, zahlst dann aber den vollen GKV-Beitrag allein, ohne Arbeitgeberzuschuss. Die konkrete Höhe der Beihilfe regelt die Beihilfeverordnung deines Bundeslandes.

    Private Krankenversicherung | OPTINVEST Beamte

    Pauschale Beihilfe – das musst du wissen!

    Einige Bundesländer, darunter Hamburg, Bremen, Berlin, Brandenburg, Thüringen, Baden-Württemberg, Niedersachsen, Sachsen und Schleswig-Holstein, bieten zusätzlich eine pauschale Beihilfe an. Dabei zahlt der Dienstherr freiwillig gesetzlich versicherten Beamten einen Zuschuss zum GKV-Beitrag. Ob und wie die pauschale Beihilfe auch für Beamte auf Widerruf gilt, regelt jedes Bundesland selbst. Während die Wahl der pauschalen Beihilfe in fast allen Bundesländern unwiderruflich ist, gelten für Beamte auf Widerruf andere Regeln. Diese haben die Möglichkeit, mit der Verbeamtung auf Probe eine erneute Entscheidung zu treffen, da das Beamtenverhältnis auf Widerruf nicht umgewandelt wird, sondern endet und ein neues Beamtenverhältnis beginnt.

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    Kriterium Beihilfe + private Restkostenversicherung Freiwillige gesetzliche Krankenversicherung
    Kostenlogik Dienstherr trägt über die Beihilfe einen großen Teil der Krankheitskosten, du versicherst nur die Restkosten Du zahlst den vollen Beitrag allein (Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil)
    Typischer Monatsbeitrag im Referendariat oft niedrig, da nur ca. 50 Prozent der Kosten abzusichern sind, spezielle Anwärtertarife voller Beitrag auf Basis deiner Bezüge, ohne Zuschuss (außer bei pauschaler Beihilfe)
    Beihilfe wird genutzt ja nein (außer pauschale Beihilfe im jeweiligen Bundesland)
    Leistungsniveau je nach Tarif, oft über GKV-Niveau (z. B. Chefarzt, Einbettzimmer) gesetzlich definierter Leistungskatalog
    Familienmitversicherung nein, jede Person wird separat versichert (Beihilfe für Kinder und ggf. Ehepartner beachten) kostenfreie Familienversicherung möglich
    Für wen geeignet gesunde Referendare mit Beamtenlaufbahn-Perspektive, die von der Beihilfe profitieren wollen Referendare, die z. B. wegen familiärer Situation im GKV-System bleiben wollen oder wegen Vorerkrankungen nicht in der PKV aufgenommen werden

    Für die Entscheidung zwischen PKV und GKV im Referendariat spielen deine Gesundheit, deine Familienplanung und deine Perspektive auf eine spätere Verbeamtung die größte Rolle. In den meisten Fällen ist die Kombination aus individueller Beihilfe und privater beihilfekonformer Krankenversicherung die vorteilhaftere Wahl.

    Eine ausführliche Gegenüberstellung findest du in unserem Beitrag zu den Unterschieden zwischen GKV und PKV im Referendariat, und wie du den passenden Tarif findest, zeigt unsere Seite zur PKV für Beamte.

    Was ist die Öffnungsaktion der PKV?

    Die Öffnungsaktion ist ein Angebot der teilnehmenden privaten Krankenversicherer für Beamtenanfänger mit Vorerkrankungen. Innerhalb von sechs Monaten nach der erstmaligen Verbeamtung wird kein Antragsteller aus Risikogründen abgelehnt, Leistungsausschlüsse sind nicht erlaubt und ein eventueller Risikozuschlag ist auf maximal 30 Prozent des Beitrags begrenzt. Für Referendare mit Vorerkrankungen kann die Öffnungsaktion der Weg in die PKV sein, wenn ein normaler Antrag an der Gesundheitsprüfung scheitern würde.

    Dienstunfähigkeitsversicherung | OPTINVEST Beamte

    Absicherung von Arbeitskraft und Haftungsrisiken

    Welche Versicherungen brauchst du im Referendariat?

    Neben der Krankenversicherung sind im Referendariat vor allem zwei Absicherungen wichtig: die Dienstunfähigkeitsversicherung für deine Arbeitskraft und die Diensthaftpflichtversicherung für Schäden aus deiner dienstlichen Tätigkeit. Deine Versicherungen solltest du möglichst zum Start des Referendariats regeln, denn gerade für Krankenversicherung und Dienstunfähigkeitsversicherung führen ein jüngeres Alter und ein besserer Gesundheitszustand zu günstigeren Beiträgen.

    Versicherung Wogegen sie schützt Priorität für Referendare
    Private Krankenversicherung bzw. GKV Krankheitskosten Pflicht, Entscheidung vor Dienstantritt
    Dienstunfähigkeitsversicherung Einkommensverlust bei Dienstunfähigkeit, Beamte auf Widerruf werden dann ohne Versorgungsansprüche entlassen und in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert sehr hoch
    Diensthaftpflichtversicherung Schadenersatz- und Regressforderungen aus dienstlicher Tätigkeit, z. B. Schlüsselverlust, Verletzung der Aufsichtspflicht hoch
    Privathaftpflichtversicherung Schäden gegenüber Dritten im Privatleben hoch
    Anwartschaftsversicherung sichert deinen Gesundheitszustand und ggf. Alterungsrückstellungen für eine spätere PKV-Rückkehr, z. B. bei GKV-Zwischenphase wie Warten auf die Planstelle situationsabhängig
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    Warum ist die Dienstunfähigkeitsversicherung für Referendare so wichtig?

    Wirst du als Beamter auf Widerruf dienstunfähig, wirst du in der Regel entlassen und hast keinen Anspruch auf ein Ruhegehalt vom Dienstherrn, da die versorgungsrechtliche Wartezeit von fünf Jahren noch nicht erfüllt ist. Auch aus der gesetzlichen Rentenversicherung bestehen zu Beginn kaum Ansprüche, weil du als Beamter keine Beiträge einzahlst und die Wartezeiten für eine Erwerbsminderungsrente meist nicht erfüllt sind. Diese Versorgungslücke schließt eine private Dienstunfähigkeitsversicherung.

    Wichtig ist dabei die sogenannte echte Dienstunfähigkeitsklausel. Die Versicherung leistet dann bereits, wenn dein Dienstherr dich wegen Dienstunfähigkeit entlässt oder in den Ruhestand versetzt, ohne dass der Versicherer die Berufsunfähigkeit noch einmal eigenständig prüft. Es empfiehlt sich, das Bedingungswerk von einem auf Beamte spezialisierten Versicherungsmakler prüfen zu lassen, um eine Zahlung im Leistungsfall sicherzustellen.

    Was leistet die Diensthaftpflichtversicherung?

    Die Diensthaftpflichtversicherung übernimmt Schadenersatzansprüche, die sich aus deiner dienstlichen Tätigkeit als Lehrer ergeben. Zwar haftet bei Schäden, die du in Ausübung deines Amtes verursachst, zunächst der Dienstherr gegenüber Dritten. Bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit kann er dich aber in Regress nehmen. Typische Fälle im Schulalltag sind:

    • Verlust des Schulschlüssels oder einer Schließanlagen-Karte, was schnell mehrere tausend Euro kosten kann, wenn die Schließanlage ausgetauscht werden muss
    • Verletzung der Aufsichtspflicht, etwa auf Klassenfahrten oder im Sportunterricht
    • Beschädigung von Schuleigentum, zum Beispiel technischer Geräte

    Die Diensthaftpflicht gibt es meist als günstigen Zusatzbaustein zur Privathaftpflichtversicherung. Achte darauf, dass Schlüsselverlust ausdrücklich mitversichert ist.
     

    Regionale Unterschiede im Vorbereitungsdienst

    Wo findest du die Details für dein Bundesland?

    Einstellungstermine, Bewerbungsverfahren, Gehalt und Beihilfesätze sind Ländersache und unterscheiden sich teils deutlich. In Nordrhein-Westfalen und Hessen sind die Einstellungstermine üblicherweise zum 1. Mai und 1. November, in Sachsen-Anhalt sind es der 1. April und der 1. September. Auch die Anwärterbezüge und die Beihilferegelungen weichen voneinander ab.

    Karte zeigt Bundesländer | OPTINVEST Beamte

    Gut vorbereitet zum Dienstantritt

    Was solltest du vor dem Dienstantritt erledigen?

    Vor dem ersten Arbeitstag im Referendariat solltest du vor allem deine Unterlagen vollständig haben und die Entscheidung über deine Krankenversicherung getroffen haben, denn sie muss zum Tag der Ernennung stehen. Diese Checkliste führt dich durch die wichtigsten Schritte:

    1. Bewerbungs- und Einstellungsunterlagen vervollständigen: Zeugnisse, Führungszeugnis (rechtzeitig beantragen), Geburtsurkunde ggf. Masernschutznachweis und weitere vom Land geforderte Dokumente.
    2. Gesundheitliche Untersuchung wahrnehmen: In vielen Bundesländern ist vor der Verbeamtung eine amtsärztliche Untersuchung vorgesehen.
    3. Krankenversicherung entscheiden: Vergleiche Beihilfe plus PKV mit der freiwilligen GKV, und zwar vor der Ernennung. Bei Vorerkrankungen die Fristen der Öffnungsaktion beachten. Unsere auf Beamte spezialisierten Versicherungsprofis können dich hierbei unterstützen.
    4. Anwartschaft prüfen: Falls du zunächst gesetzlich versichert bleibst, kann eine Anwartschaftsversicherung den späteren PKV-Einstieg sichern.
    5. Weitere Versicherungen abklären: Bei der Dienstunfähigkeitsversicherung möglichst früh, solange dein Gesundheitszustand gut ist. Bei der Diensthaftpflicht solltest du den Schlüsselverlust mitversichern.
    6. Vermögenswirksame Leistungen beantragen: Bei Bedarf VL-Vertrag abschließen und den Antrag beim Amt für Besoldung/Finanzen stellen.
    7. Besoldungsunterlagen einreichen: Steuer-ID, Bankverbindung und Angaben zum Familienzuschlag an die zuständige Besoldungsstelle melden.
    8. Fahrt- und Wohnsituation klären: Zuweisung zur Ausbildungsschule abwarten, ggf. Umzug oder Pendelstrecke planen.
    9. Beratung nutzen: Ein unabhängiger Check deiner Versicherungssituation durch einen versierten Versicherungsmakler vor dem Start ist nicht nur kostenlos für dich, sondern spart oft über die gesamte Laufbahn Geld. Die Vergütung des Maklers erfolgt über die Courtage des Versicherers. 
       
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    Du hast noch Fragen zum Referendariat im Lehramt? Sprich uns gerne an!

    Häufige Fragen von Lehrern und Referendaren

    Ist man im Referendariat Beamter?

    Ja, in den meisten Bundesländern wirst du mit Beginn des Vorbereitungsdiensts zum Beamten auf Widerruf ernannt. Damit erhältst du Anwärterbezüge und Beihilfe, zahlst aber keine Beiträge zur gesetzlichen Renten- und Arbeitslosenversicherung. Erfüllst du die Voraussetzungen für eine Verbeamtung nicht, ist in einigen Ländern ein öffentlich-rechtliches Ausbildungsverhältnis oder vorgesehen.

    Was passiert mit dem Beamtenstatus nach dem Referendariat?

    Das Beamtenverhältnis auf Widerruf endet automatisch mit dem Bestehen der Zweiten Staatsprüfung oder mit deren endgültigem Nichtbestehen. Wirst du anschließend in den Schuldienst eingestellt, folgt in der Regel das Beamtenverhältnis auf Probe und nach erfolgreicher Probezeit die Verbeamtung auf Lebenszeit. Zwischen Referendariat und Planstelle kann eine Lücke entstehen, in der erneut eine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung eintritt.

    Kann man das Referendariat verkürzen oder in Teilzeit machen?

    In vielen Bundesländern ist beides möglich. Eine Verkürzung setzt meist den Nachweis einschlägiger beruflicher Vorerfahrung oder anrechenbarer Praxisphasen voraus. Teilzeitmodelle verlängern die Ausbildungsdauer entsprechend. Maßgeblich ist die Ausbildungs- und Prüfungsordnung deines Bundeslandes.

    Muss ich als Referendar in die private Krankenversicherung wechseln?

    Nein, es gibt keine Pflicht zur PKV. Als Beamter auf Widerruf kannst du zwischen Beihilfe plus privater Restkostenversicherung und der freiwilligen GKV wählen. Die Kombination aus Beihilfe und PKV ist im Referendariat aber häufig deutlich günstiger, weil der Dienstherr über die Beihilfe einen großen Teil der Krankheitskosten trägt und Anwärtertarife günstig kalkuliert sind.

    Was kostet die gesetzliche Krankenversicherung im Referendariat?

    Als freiwillig gesetzlich versicherter Referendar zahlst du den vollen GKV-Beitrag auf deine Anwärterbezüge allein, also Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil inklusive Zusatz- und Pflegeversicherungsbeitrag. Einen Zuschuss gibt es nur in Bundesländern mit pauschaler Beihilfe, wenn du dich für dieses Modell entscheidest. Die genaue Höhe hängt von deinen Bezügen und dem Zusatzbeitrag deiner Krankenkasse ab.

    Was gilt bei Dienstunfähigkeit im Referendariat?

    Wirst du als Beamter auf Widerruf dauerhaft dienstunfähig, wirst du in der Regel entlassen, ohne Anspruch auf ein Ruhegehalt. Du wirst dann meist in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert, hast dort aber wegen fehlender Wartezeiten zunächst kaum Ansprüche. Eine private Dienstunfähigkeitsversicherung mit echter Dienstunfähigkeitsklausel schließt diese Lücke.

    Bekommen Referendare vermögenswirksame Leistungen?

    Ja, als Beamter auf Widerruf hast du Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen deines Dienstherrn, häufig 6,65 Euro pro Monat. Voraussetzung ist ein VL-fähiger Vertrag, etwa ein Wertpapiersparplan oder Bausparvertrag, und ein Antrag beim Amt für Besoldung/Finanzen.


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    Über den Autor

    Mirko Feller

    Mirko Feller

    Geschäftsführer • Leiter Beratung Beamte & öD • Finanz- & Versicherungsspezialist

    Mirko Feller ist Bankkaufmann, zertifizierter Versicherungsspezialist und Versicherungsfachmann (IHK). Als Gründer und Geschäftsführer von OPTINVEST Beamte ist er auf Versicherungslösungen für Beamte, Beamtenanwärter und deren Familien spezialisiert. Sein Schwerpunkt liegt auf Konzepten zur privaten Krankenversicherung, die auf das Beihilfesystem und die besonderen Anforderungen einer Laufbahn im öffentlichen Dienst abgestimmt sind.

    Quellenangaben

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