Inhaltsübersicht

Referendariat in Hessen: Ablauf, Bewerbung, Gehalt und Verbeamtung

    Alles Wichtige auf einen Blick

    • Das Referendariat in Hessen (pädagogischer Vorbereitungsdienst) dauert 21 Monate und gliedert sich in Einführungsphase, zwei Hauptsemester und ein Prüfungssemester.
    • Einstellungstermine sind jedes Jahr der 1. Mai und der 1. November; die Bewerbungsfristen enden in der Regel am 1. Januar bzw. am 1. Juli.
    • Die Bewerbung läuft online über das Stellenportal des Landes Hessen (stellensuche.hessen.de).
    • Während des Referendariats bist du in der Regel Beamter auf Widerruf mit Anspruch auf Beihilfe.
    • Die Anwärterbezüge liegen je nach Lehramt zwischen rund 1.825,54 und 1.916,59 Euro brutto im Monat nach der letzten Erhöhung zum 1. Juli 2026 um 3,02 Prozent.
    • Als Beamter auf Widerruf zahlst du keine Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung. Für die Krankenversicherung ist die Kombination aus Beihilfe und privater Krankenversicherung (PKV) meist deutlich günstiger als die freiwillige gesetzliche Versicherung.
    • Das Referendariat endet mit der Zweiten Staatsprüfung. Danach ist die Verbeamtung auf Probe mit Besoldung nach A13 möglich.
    • Grundschullehrkräfte werden in Hessen stufenweise bis 2028 auf A13 angehoben.

    Der pädagogische Vorbereitungsdienst im Überblick

    Was ist das Referendariat in Hessen und wie lange dauert es?

    Das Referendariat in Hessen, offiziell pädagogischer Vorbereitungsdienst, ist die zweite Phase der Lehrerausbildung nach dem Studium. Es dauert 21 Monate und wird durch das Hessische Lehrkräftebildungsgesetz (HLbG) geregelt. Zuständig für Einstellung, Ausbildung und Prüfung ist die Hessische Lehrkräfteakademie.

    In dieser Zeit sammelst du praktische Unterrichtserfahrung an einer Ausbildungsschule und wirst parallel an einem Staatlichen Studienseminar ausgebildet. Ziel ist die Lehrbefähigung für dein Lehramt – also für Grundschulen, Haupt- und Realschulen, Förderschulen, Gymnasien oder berufliche Schulen.

    Lehramtsreferendarin | OPTINVEST Beamte

    Die vier Abschnitte des Vorbereitungsdienstes

    Der Vorbereitungsdienst gliedert sich nach § 38 HLbG in vier Abschnitte:

    AbschnittDauerInhalt
    Einführungsphase3 MonateBewertungsfreier Einstieg: Hospitationen und angeleiteter Unterricht (insgesamt 10 Wochenstunden)
    Erstes Hauptsemester6 MonateEigenverantwortlicher Unterricht (10 bis 12 Wochenstunden), Module am Studienseminar, Unterrichtsbesuche
    Zweites Hauptsemester6 MonateFortsetzung der Ausbildung mit eigenverantwortlichem Unterricht und weiteren Modulen
    Prüfungssemester6 Monate10 bis 12 Wochenstunden eigenverantwortlicher Unterricht, Vorbereitung und Ablegen der Zweiten Staatsprüfung

    Die bewertungsfreie Einführungsphase gibt dir Zeit, in der Schule anzukommen, bevor deine Leistungen in die Gesamtnote einfließen. Ab dem ersten Hauptsemester zählt jede Modulbewertung für dein Examen.

    Uhr symbolisiert Bewerbungsfrist | OPTINVEST Beamte

    Einstelllungstermine und Fristen

    Wann beginnt das Referendariat in Hessen?

    Das Referendariat in Hessen beginnt zweimal jährlich: am 1. Mai und am 1. November. Die Bewerbungsfrist endet in der Regel rund vier Monate vorher – am 1. Januar für den Mai-Termin und am 1. Juli für den November-Termin.

    EinstellungsterminBewerbungsschluss (Ausschlussfrist)Nachrückverfahren
    1. Mai1. Januar desselben Jahres15. März desselben Jahres
    1. November1. Juli desselben Jahres15. September desselben Jahres

    Wenn das Zeugnis der Ersten Staatsprüfung oder der Masterabschluss zum Zeitpunkt der Bewerbung noch nicht vorliegt, sollten Bewerberinnen und Bewerber bei der Hessischen Lehrkräfteakademie prüfen, ob ein Nachreichen des Abschlussnachweises möglich ist und welche Nachreichfrist gilt.

    OPTINVEST Beamte | Infobox

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    Bewerbung über das Stellenportal des Landes

    Wie bewirbst du dich für das Referendariat in Hessen?

    Die Bewerbung für das Referendariat in Hessen erfolgt online über das Stellenportal des Landes Hessen (stellensuche.hessen.de). Dort legst du ein Bewerberprofil an, lädst deine Unterlagen hoch und suchst nach geeigneten Stellen. Über die Zulassung entscheidet die Hessische Lehrkräfteakademie.
    Diese Unterlagen brauchst du in der Regel:

    • Zeugnis über die Erste Staatsprüfung oder den anerkannten Bachelor- und Masterabschluss
    • Qualifikationsnachweise/Tätigkeitsberichte
    • Arbeitszeugnisse
    • Übersicht über absolvierte Module und Leistungen (Transcript of Records)
    • Ggf. Nachweis über Sprachprüfung 
    • Lebenslauf
    • Kopie von Personalausweis oder Aufenthaltstitel
    • Weitere Nachweise, sofern in der Ausschreibung gefordert

    Bei der Zuweisung zu einem Studienseminar kannst du Präferenzen für Regionen und Ausbildungsorte angeben, genauer gesagt bis zu drei Einsatzwünsche. Ein Anspruch auf einen bestimmten Ort besteht nicht. Je flexibler du regional bist, desto besser stehen deine Chancen auf einen zeitnahen Start.

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    Ausbildung am Studienseminar

    Wie läuft die Ausbildung im Vorbereitungsdienst ab?

    Deine Ausbildung findet an zwei Orten statt: an deiner Ausbildungsschule und an einem staatlichen Studienseminar. An der Schule unterrichtest du – zunächst angeleitet, später eigenverantwortlich. Am Studienseminar besuchst du Module, in denen pädagogische, fachdidaktische und schulrechtliche Themen vertieft werden.

    Die wichtigsten Bausteine der Ausbildung:

    • Hospitationen bei erfahrenen Lehrkräften, vor allem in der Einführungsphase
    • Angeleiteter und eigenverantwortlicher Unterricht in deinen Fächern (10 bis 12 Wochenstunden)
    • Betreuung durch Mentorinnen und Mentoren an der Ausbildungsschule
    • Module am Studienseminar mit Bewertungen, die in die Gesamtnote einfließen
    • Unterrichtsbesuche durch deine Ausbilderinnen und Ausbilder mit anschließender Nachbesprechung
    • Mitwirkung am Schulleben, etwa bei Konferenzen, Elternabenden und Projekten

    Die Modulbewertungen aus den Hauptsemestern sind entscheidend: Sie machen später den größten Teil deiner Examensnote aus. Es lohnt sich also, von Beginn an kontinuierlich zu arbeiten und Rückmeldungen aus den Unterrichtsbesuchen aktiv umzusetzen.

    Pfeil weist den Weg yum Studienseminar | OPTINVEST Beamte

    Zweite Staatsprüfung

    Wie funktioniert die Zweite Staatsprüfung in Hessen?

    Die Zweite Staatsprüfung bildet den Abschluss des Referendariats in Hessen. Sie besteht aus einer unterrichtspraktischen Prüfung mit zwei Prüfungslehrproben und einer mündlichen Prüfung. Die während der Ausbildung erbrachten Leistungen machen dabei mit 60 Prozent den größten Teil der Gesamtnote aus.

    Die Bestandteile im Überblick:

    PrüfungsteilInhaltAnteil an der Gesamtnote
    Leistungen aus der AusbildungModulbewertungen und Bewertung des Ausbildungsstands60 Prozent
    Unterrichtspraktische PrüfungZwei Prüfungslehrproben in zwei Fächern (bzw. Fach und Fachrichtung), bei Grundschule zusätzlich mit Unterrichtsentwurf zum dritten FachStärker gewichteter Prüfungsteil (30 Prozent)
    Mündliche PrüfungPädagogische und berufspraktische FragestellungenGeringer gewichteter Prüfungsteil (10 Prozent)

    Rechtsgrundlage sind das HLbG und die zugehörige Durchführungsverordnung (HLbGDV). Solltest du die Prüfung nicht bestehen, kannst du sie frühestens nach drei Monaten und spätestens zum nächsten Prüfungstermin vollständig wiederholen. Mit dem Bestehen erwirbst du die Lehrbefähigung für dein Lehramt, also die Voraussetzung für die Einstellung in den Schuldienst.

    Gehalt Referendare Hessen | OPTINVEST

    Anwärterbezüge in Hessen

    Wie viel verdienst du im Referendariat in Hessen?

    Als Referendar in Hessen erhältst du kein klassisches Gehalt, sondern Anwärterbezüge. Der Anwärtergrundbetrag richtet sich nach dem Eingangsamt deines Lehramts und liegt zwischen 1.825,54 und 1.916,59 Euro brutto im Monat (Besoldungstabelle Hessen). Zum 1. Juli 2026 sieht das Hessische Besoldungsanpassungsgesetz 2026/2027 eine Erhöhung um 3,02 Prozent vor.

    LehramtEingangsamtAnwärtergrundbetrag (seit 01.07.2026)
    GrundschuleA121.825,54 Euro
    Haupt- und Realschule, FörderschuleA131.868,96 Euro
    Gymnasium, berufliche SchulenA13 mit Zulage1.916,59 Euro

    Dazu können weitere Zuschläge und Leistungen kommen:

    • Familienzuschlag für Verheiratete und Kinder
    • Vermögenswirksame Leistungen
    • Ggf. Zulagen nach den besoldungsrechtlichen Regelungen

    Warum vom Brutto mehr übrig bleibt als bei Angestellten

    Als Beamter auf Widerruf zahlst du keine Beiträge zur gesetzlichen Renten- und Arbeitslosenversicherung und bist nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert. Vom Bruttobetrag gehen im Wesentlichen nur die Lohnsteuer (bei Steuerklasse I auf diesem Einkommensniveau vergleichsweise gering), ggf. Solidaritätszuschlag und deine Krankenversicherungsbeiträge ab.

    Rechenbeispiel (Näherungswerte, lediger Referendar an der Realschule, Steuerklasse I, Stand 2026):

    • Anwärtergrundbetrag: 1.868,96 Euro brutto
    • Abzüglich Lohnsteuer: je nach individuellen Merkmalen grob 135 Euro
    • Abzüglich PKV-Anwärtertarif mit 50 Prozent Beihilfe: etwa 80 Euro (abhängig von Anbieter, Alter und Gesundheitszustand)
    • Verbleiben: rund 1.654 Euro netto

    Zum Vergleich: Ein angestellter Berufseinsteiger mit gleichem Brutto hätte zusätzlich Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge von zusammen rund 20 Prozent zu tragen.

    Was verdienst du nach dem Referendariat?

    Nach bestandener Zweiter Staatsprüfung und Einstellung in den hessischen Schuldienst wirst du in der Regel auf Probe verbeamtet. Lehrkräfte an Haupt- und Realschulen, Förderschulen, Gymnasien und beruflichen Schulen starten in Besoldungsgruppe A13. Das Grundgehalt beträgt in Stufe 1 5.330,09 Euro brutto (Besoldungstabelle Hessen, gültig ab 01.07.2026), an Gymnasien und beruflichen Schulen zuzüglich Amtszulage.

    Für Grundschullehrkräfte gilt ein Stufenplan: Hessen hebt ihre Besoldung seit dem 1. August 2023 schrittweise von A12 auf A13 an. Ab 1. August 2026 beträgt die Angleichungszulage 60 Prozent der Differenz zwischen A12 und A13, ab 1. August 2027 sind es 80 Prozent, und 2028 erfolgt die vollständige Überleitung nach A13 (Quelle: Hessisches Kultusministerium).

    Vermögenswirksame Leistungen

    Wie hoch sind die vermögenswirksamen Leistungen in Hessen?

    Beamte in Hessen – auch Referendare – erhalten vermögenswirksame Leistungen (VL) in Höhe von 6,65 Euro monatlich (Stand: 2026). Voraussetzung ist, dass du einen VL-fähigen Sparvertrag abschließt und die Zahlung bei deiner Bezügestelle beantragst.
    Anlegen kannst du die VL zum Beispiel in:

    • einem Wertpapiersparplan
    • einem Bausparvertrag
    • der Tilgung eines Baukredits

    Gerade zum Berufsstart lohnt es sich, die VL direkt mit einer langfristigen Sparstrategie zu verbinden.

    Beamtin berechnet vermögenswirksame Leistungen | OPTINVEST Beamte

    Verbeamtung auf Widerruf und deine Absicherung

    Bist du im Referendariat in Hessen verbeamtet?

    Ja, im Regelfall wirst du zum Referendariat in Hessen zum Beamten auf Widerruf ernannt. Damit gelten für dich die Rechte und Pflichten des Beamtenverhältnisses: Du erhältst Anwärterbezüge, hast Anspruch auf Beihilfe zu Krankheitskosten und zahlst keine Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung.

    Der Status „auf Widerruf" bedeutet: Das Beamtenverhältnis ist auf die Ausbildung befristet und endet mit dem Bestehen (oder endgültigen Nichtbestehen) der Zweiten Staatsprüfung. Für die Zeit danach folgt bei Einstellung in den Schuldienst üblicherweise die Verbeamtung auf Probe und später auf Lebenszeit.

    Welche Krankenversicherung brauchst du im Referendariat?

    Als Beamter auf Widerruf bist du nicht mehr gesetzlich pflichtversichert und musst dich aktiv entscheiden: private Krankenversicherung (PKV) mit Beihilfe oder freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Für die meisten Referendare ist die Kombination aus Beihilfe und PKV-Anwärtertarif deutlich günstiger, weil der Dienstherr über die Beihilfe einen großen Teil der Krankheitskosten übernimmt.

    In Hessen gilt nach der Hessischen Beihilfenverordnung (HBeihVO) ein Beihilfebemessungssatz von 50 Prozent für ledige Beamte. Bei Verheirateten steigt er auf 55 Prozent, je Kind kommen 5 Prozentpunkte hinzu (maximal 70 Prozent). Als lediger Referendar musst du also nur die verbleibenden 50 Prozent über eine private Krankenversicherung absichern. Dafür gibt es spezielle, günstige Anwärtertarife.

    Eine pauschale Beihilfe als Zuschuss zur gesetzlichen Krankenversicherung gibt es in Hessen nicht (Stand: August 2026). Bleibst du freiwillig in der GKV, trägst du den vollen Beitrag allein.
     

    OPTINVEST Beamte | Infobox

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    KriteriumPKV-Anwärtertarif & BeihilfeFreiwillige GKV
    Monatlicher Beitrag im ReferendariatHäufig ca. 60 bis 120 Euro (Näherungswert, je nach Anbieter, Alter, Gesundheit)Ca. 395 Euro bei Bezügen von 1.868,96 Euro (14,6 Prozent Beitragssatz + Ø 2,9 Prozent Zusatzbeitrag + 3,6 Prozent Pflegeversicherung)*
    Zuschuss des DienstherrnBeihilfe: 50 Prozent der beihilfefähigen Krankheitskosten (ledig)Kein Zuschuss (keine pauschale Beihilfe in Hessen)
    LeistungenJe nach Tarif, oft über GKV-Niveau (z. B. Chefarztbehandlung, Einbettzimmer)Gesetzlicher Leistungskatalog
    GesundheitsprüfungJa, bei VertragsschlussNein
    FamilienmitversicherungNein, separate Absicherung nötig (Beihilfe deckt Kinder und ggf. Ehepartner anteilig)Ja, beitragsfreie Familienversicherung
    Langfristige PerspektivePasst zur Beamtenlaufbahn (Beihilfe bleibt auch als Beamter auf Probe/Lebenszeit)Voller Beitrag bleibt auch später ohne Zuschuss

    * Rechenbeispiel GKV (Stand 2026, Näherung): Bei Anwärterbezügen von 1.868,96 Euro beträgt der Beitrag zur freiwilligen GKV rund 317 Euro (14,6 Prozent zuzüglich durchschnittlichem Zusatzbeitrag von 2,9 Prozent) plus rund 65 Euro Pflegeversicherung (3,6 Prozent; kinderlose Mitglieder ab 23 zahlen 4,2 Prozent) – zusammen etwa 395 Euro im Monat. Ein PKV-Anwärtertarif kostet dagegen häufig nur einen Bruchteil davon.

    Als Versicherungsmakler unterstützen wir dich objektiv und persönlich

    Die Entscheidung für PKV oder GKV solltest du vor Dienstantritt treffen und individuell von einem auf Beamte spezialisierten Versicherungsexperten prüfen lassen. Sie hängt von Familienplanung, Gesundheitszustand und deiner langfristigen Laufbahnplanung ab. Ein späterer Wechsel zurück in die GKV ist als Beamter nur in Ausnahmefällen möglich.

    Neben der Krankenversicherung solltest du zum Ref-Start auch an die Dienstunfähigkeitsversicherung denken. Als Beamter auf Widerruf hast du bei Dienstunfähigkeit in der Regel noch keinen Anspruch auf ein Ruhegehalt.

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    Nach dem Referendariat

    Wie geht es nach dem Referendariat in Hessen weiter?

    Mit der bestandenen Zweiten Staatsprüfung besitzt du die Lehrbefähigung und kannst dich auf Stellen im hessischen Schuldienst bewerben – über schulbezogene Stellenausschreibungen oder das landesweite Ranglistenverfahren. Bei Einstellung wirst du in der Regel zum Beamten auf Probe ernannt, nach erfolgreicher Probezeit folgt die Verbeamtung auf Lebenszeit.

    Deine Perspektiven nach dem Ref:

    • Besoldung nach A13 (Grundschule: stufenweise Angleichung bis 2028), an Gymnasien und beruflichen Schulen mit Amtszulage
    • Beihilfeanspruch bleibt bestehen, das heißt deine PKV kannst du vom Anwärtertarif nahtlos in einen regulären Beihilfetarif umstellen
    • Aufstiegsmöglichkeiten über Funktionsstellen (z. B. Fachbereichsleitung, Schulleitung)

    Die Einstellungschancen unterscheiden sich je nach Lehramt, Fächerkombination und Region. 

    Fazit

    Lohnt sich das Referendariat in Hessen?

    Das Referendariat in Hessen ist mit 21 Monaten klar strukturiert: bewertungsfreie Einführungsphase, zwei Hauptsemester mit eigenverantwortlichem Unterricht und ein Prüfungssemester mit der Zweiten Staatsprüfung. Mit der Verbeamtung auf Widerruf, Anwärterbezügen zwischen 1.825,54 und 1.916,59 Euro brutto monatlich (Stand: August 2026), Beihilfeanspruch und günstigen PKV-Anwärtertarifen bietet Hessen solide Rahmenbedingungen für den Berufseinstieg. Wer die Bewerbungsfristen (1. Januar und 1. Juli) im Blick behält und seine Absicherung vor Dienstantritt regelt, startet gut vorbereitet in den Vorbereitungsdienst und nach dem Examen mit A13 in den Schuldienst.

    Du startest bald ins Referendariat in Hessen? Sichere dir jetzt eine kostenlose Beratung zu PKV, Beihilfe und Absicherung für Lehramtsanwärter.

    Du hast noch Fragen zum Referendariat Hessen 2026? Sprich uns gerne an!

    Häufige Fragen von Lehrern und Referendaren

    Wann sind die Einstellungstermine für das Referendariat in Hessen?

    Das Referendariat in Hessen beginnt jedes Jahr am 1. Mai und am 1. November. Die Bewerbungsfristen enden in der Regel am 1. Januar (für den Mai-Termin) und am 1. Juli (für den November-Termin). Verbindliche Fristen veröffentlicht die Hessische Lehrkräfteakademie.

    Wie lange dauert das Referendariat in Hessen?

    Der pädagogische Vorbereitungsdienst in Hessen dauert 21 Monate. Er gliedert sich in eine dreimonatige bewertungsfreie Einführungsphase, zwei Hauptsemester von je sechs Monaten und ein sechsmonatiges Prüfungssemester, das mit der Zweiten Staatsprüfung endet.

    Kann ich das Referendariat in Hessen in Teilzeit machen?

    Ja, Hessen ermöglicht den Vorbereitungsdienst in Teilzeit, wenn du ein Kind betreust oder einen pflegebedürftigen Angehörigen pflegst. Die Ausbildungsdauer verlängert sich entsprechend. Details regelt die Hessische Lehrkräfteakademie auf Antrag.

    Wie viele Unterrichtsstunden hat man im Referendariat in Hessen?

    In der Einführungsphase sind es insgesamt 10 Wochenstunden Hospitation und angeleiteter Unterricht. In den beiden Hauptsemestern sowie im Prüfungssemester unterrichtest du 10 bis 12 Wochenstunden eigenverantwortlich (§ 43 HLbGDV).

    Was passiert, wenn ich die Zweite Staatsprüfung nicht bestehe?

    Du kannst die Zweite Staatsprüfung frühestens nach drei Monaten und spätestens zum nächsten Prüfungstermin vollständig wiederholen. Erst bei endgültigem Nichtbestehen endet der Vorbereitungsdienst ohne Lehrbefähigung.

    Muss ich mich im Referendariat privat krankenversichern?

    Nein, eine Pflicht besteht nicht. Du musst dich aber aktiv entscheiden. Als Beamter auf Widerruf hast du Anspruch auf 50 Prozent Beihilfe (ledig) und kannst die restlichen Kosten über einen günstigen PKV-Anwärtertarif absichern. Die Alternative, die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung, kostet ohne Zuschuss des Dienstherrn meist ein Mehrfaches.

    Wie viel verdient man im Referendariat in Hessen?

    Der Anwärtergrundbetrag liegt je nach Lehramt zwischen 1.825,54 Euro (Grundschule, Eingangsamt A12) und 1.916,59 Euro brutto (Gymnasium und berufliche Schulen, A13 mit Zulage) nach der letzten Erhöhung zum 1. Juli 2026 von 3,02 Prozent. Hinzu können beispielsweise Familienzuschlag und vermögenswirksame Leistungen kommen.

    Bekommen Grundschullehrer in Hessen A13?

    Ja, schrittweise. Hessen hebt die Besoldung der Grundschullehrkräfte seit August 2023 über eine steigende Angleichungszulage an. 2026 beträgt sie 60 Prozent der Differenz zwischen A12 und A13. Die vollständige Überleitung nach A13 erfolgt 2028.


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    Über den Autor

    Mirko Feller

    Mirko Feller

    Geschäftsführer • Leiter Beratung Beamte & öD • Finanz- & Versicherungsspezialist

    Mirko Feller ist Bankkaufmann, zertifizierter Versicherungsspezialist und Versicherungsfachmann (IHK). Als Gründer und Geschäftsführer von OPTINVEST Beamte ist er auf Versicherungslösungen für Beamte, Beamtenanwärter und deren Familien spezialisiert. Sein Schwerpunkt liegt auf Konzepten zur privaten Krankenversicherung, die auf das Beihilfesystem und die besonderen Anforderungen einer Laufbahn im öffentlichen Dienst abgestimmt sind.

    Quellenangaben

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